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Windmühle "Jan Wind" in Etelsen

Die Etelser Windmühle ist mit knapp 23 m der größte Galerieholländer der Umgegend, eine Riesin unter den Mühlen. Sie wurde 1871 von Johann Christian Cordes und seiner Frau Marie durch den Baumeister Albert Masemann errichtet (Medaillon über dem Eingang).



 

Schon 1862 beantragte der Etelser Bauer Rosebrock die Konzession für eine Kornwindmühle beim Königreich Hannover, da der Weg zur Mühle nach Baden weit war und die Anbauern die Lasten auf dem Rücken tragen mussten. Das Gesuch wurde abgelehnt, da der Badener Müller Buse zur Ausschaltung der Konkurrenz um Aufstockung seiner Mühle um 12 Fuß sowie um eine zweite Mühle am Ortsrand von Baden nahe Etelsen nachgesucht hatte und die Genehmigung erhielt. Das Königreich hatte keine Gewerbefreiheit.

In dem Deutschen Krieg 1866 war das Königreich Hannover mit Kaisertum Österreich verbündet. Österreich führte mit Preußen Krieg und verlor. In der Folge kassierte Preußen das Königreich durch Annektion das Königreich. Preußen hatte 1810 bereits die Gewerbefreiheit eingeführt.

Nachdem das Königreich Hannover preußisch geworden war, gab der Minister für Handel und Gewerbe 1871 dem Gesuch Cordes’ statt.

Bald ersetzte eine Windrose den Steert; die Flügel erhielten statt der Segel Jalousien. Jetzt konnte auf wechselnde Winde automatisch bzw. schnell reagiert werden. Ab 1904 unterstützte ein 16-PS-Gasmotor die Windmahlgänge. Von da an konnte auch unabhängig vom Wind gemahlen werden. Ab 1928 wurde nur noch mit Motorkraft gemahlen.

Nach einem Artillerietreffer im Zweiten Weltkrieg wurden 1950 Flügel und Räderwerk abgebaut und das Innere durch einen Doppelwalzenstuhl sowie Silos im oberen Teil völlig umgestaltet.

1993 erwarben 30 engagierte Bürger (Förderkreis) das marode gewordene Bauwerk. Sie übergaben es dem Dorfverein Etelsen-Cluvenhagen-Hagen-Grinden e.V., der die Mühle in Eigenleistung, mit Hilfe von Spenden, Fördermitteln des Fleckens Langwedel, des Landkreises Verden sowie erheblicher finanzieller Unterstützung des Förderkreises sanierte. Die Mühle hat ihren Namen von dem letzten Müllermeister Johann Bischoff, der als „Jan Wind“ bekannt war.

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